Die geplante Realisierung von Wohnungen sowie eines Alters- und Pflegeheims auf der Hoffmatte erfordert eine Änderung des Zonenplans und des Baureglements, da gemäss heute gültigem Zonenplan für das gesamte Areal der Hoffmann Neopac AG die Nutzung «Arbeiten» vorgeschrieben ist.

Somit geht es um eine Anpassung der baurechtlichen Grundordnung. Diese definiert den Rahmen, wie zukünftig auf dem Areal gebaut werden darf und legt somit die bauliche Veränderung in den wesentlichen Zügen bereits fest.

Husistein & Partner AG aus Aarau setzte sich beim ausgeschriebenen Projekt Wettbewerb für die Ueberbauung Hoffmatte, mit Ihrem Projekt durch.

In der Stadtratssitzung vom 24. Oktober wurde dann über diese ZPP Hoffmatte abgestimmt. Die Sachkommission Präsidiales und Stadtentwicklung empfahl die Genehmigung der Änderung der ZPP mit 3 Ja-Stimmen und 5 Enthaltungen dem Stadtrat.
Also von 8 Mitglieder der Sachkommission enthielten sich 5 der Stimme!

Im Stadtrat war dies in der Folge ähnlich umstritten wie in der Sachkommission. Der Stadtrat stimmte der Zonenänderung schliesslich mit nur 24 Ja-Stimmen bei 12 Enthaltungen zu.

Gegen diesen Entscheid wurde mit knapp 1000 gültigen Unterschriften innert einer Woche das fakultative Referendum ergriffen. Damit wird die Thuner Stimmbevölkerung am 9. Februar 2020 über die vorgesehene Änderung des Zonenplans und Baureglements abstimmen und die Verantwortung für die bauliche Entwicklung des Areals Hoffmatte selbst in die Hände nehmen.



Weitere Informationen

Die Überbauungsordnung – das Regelwerk für die Überbauung der Hoffmatte wurde, ohne den Entscheid des Stadtrats abzuwarten, durch den Gemeinderat bereits genehmigt

Gemäss dem kantonalen Baugesetz setzt das Bauen in einer Zone mit Planungspflicht, wie sie für die Hoffmatte vorgesehen ist, eine gültige Überbauungsordnung voraus. Diese regelt die bau- und planungsrechtlichen Randbedingungen detaillierter als der Zonenplan und das Baureglement. Die Überbauungsordnung wurde vom Gemeinderat bereits vor der Stadtratssitzung genehmigt – unter Vorbehalt der Zustimmung des Stadtrats. Wird die Änderung des Zonenplans und des Baureglements von der Thuner Stimmbevölkerung abgelehnt, wird entsprechend auch die genehmigte Überbauungsordnung hinfällig.


Die Umkehr des Planungsprozesses – die Planung wird dem Bauprojekt angepasst statt umgekehrt

Basis für die geplante Änderung des Zonenplans und des Baureglements für die Hoffmatte (einschliesslich Überbauungsordnung) bildete ein sogenanntes Richtprojekt, welches im Rahmen eines Wettbewerbsverfahrens ausgewählt wurde. Die Planung wurde anschliessend auf dieses Richtprojekt zugeschnitten, dies entgegen dem üblichen Planungsprozess.


Einsprachen gegen die Änderung des Zonenplans und Baureglements sowie gegen die Überbauungsordnung

Sowohl gegen die Überbauungsordnung als auch gegen die geplante Änderung wurden während der Auflagefrist im November 2018 zahlreiche Einsprachen eingereicht. Diese sind nach wie vor hängig.